Zurück in Deutschland

13.November 2008

Seit Montag bin ich wieder in Deutschland – leider habe ich in letzter Zeit weniger geschrieben. Das werde ich wohl auch nicht nachholen, außer ich finde noch viele ruhige Stunden.


Samstag – Viertelbesichtigung (4.10.)

5.Oktober 2008

Nachdem mein Ausflug am Tag der Deutschen Einheit doch länger geworden war, war der Samstag wieder ruhiger. Bis zum Nachmittag war ich nur im Appartement, dann wollte ich mal einen Streifzug durch das Viertel hier machen, denn manche Straßenzüge hatte ich noch gar nicht angesehen – und das Viertel hielt noch einige Dinge für mich bereit.

Nach kurzer Stärkung bei KFC erkundete ich den Teil südlich der U-Bahn Station Longyang Lu, an der auch der Transrapid (MagLev) ankommt. So richtig viel gab es dort – abgesehen von einigen Restaurants und so manch „interessantem“ Geruch – nicht. Also bin ich wieder zurück in Richtung Station (ich wohne nordwestlich von der genannten Station). Dort beschloss ich ein paar Fotos vom Transrapid in der Fahrt zu machen – das bedeutete erst einmal Warten. Doch nach fünf Minuten fuhr der Zug, der in der Station war los – so richtig tolle Fotos entstanden leider nicht. Sowohl die Kamera als auch meine unruhigen Arme trugen je ihren Teil dazu bei.

Direkt in der Nähe von der U-Bahn-Station ist ein Sportladen und ein Bauhaus-Obi-Verschnitt. Da ich ja noch keine perfekten Fußballschuhe hatte, wollte ich mir zumindest mal das Angebot anschauen. Auf der anderen Straßenseite – direkt vor den Läden – angekommen, wurde mir klar, dass der Gegenzug des Transrapids ja in wenigen Minuten ankommen müsste. Also machte ich meine Kamera fertig, suchte mir einen schönen Platz an einem Geländer, damit ich die Kamera auflegen konnte und stellte alles ein. Perfekt. Es dauerte, und dauerte.

Während dessen meinte ein Fahrer eines alten VW Santana er könnte ja genau vor mir auf der Straße anhalten, um wohl auf jemanden zu warten. Also suchte ich mir einen neuen Platz, ca. 5 Meter weiter. Wieder geschaut, das alles passt – wunderbar. Dann kam er, perfekt. Und was macht dann ein Chinese? Fährt mit seinem Kleinbus genau vor meinen Platz am Geländer auf der Straße – und hält an!

Also bin ich fix an die nächste freie Stelle, doch so richtig tolle Bilder gab es dann nicht mehr. Nochmal warten wollte ich dann nicht – da gehe ich lieber in ein Sportgeschäft und Bummel dort rum.

Der Laden – „Decathlon“ – ist ziemlich groß und die Fußballsachen sind natürlich genau am anderen Ende im Vergleich zum Eingang. Doch als ich dort stand, staunte ich nicht schlecht. Die aktuellen Adidas Predator – 320RMB, also runde 30€. Weitere Markenschuhe für 15-20€. Nicht schlecht!

Und dann der Oberknaller: einige Schuhe der (mir unbekannten) Marke Kipsta waren auf 49RMB runtergesetzt – wohl weil sie nicht gekauft wurde. Nur Größe 45 und 46. Ich probierte letztere an, und sie passten. Da brauchte ich dann nicht lange überlegen – für 5 € kann man auch mal Fußballschuhe kaufen!

Zufrieden ging ich zur Kasse – dort konnte die Kassiererin sogar Englisch! Und freute sich mit mir, dass meine Füße zu groß für den durchschnittlichen asiatischen Massenmarkt sind.

Mit dieser guten Laune ging ich dann noch im Baumarkt schauen, denn meine Frau Mama kommt mich ja besuchen und da wäre es gut noch eine Matratze zu haben. Aber hier wollte ich sicher nur erstmal schauen und dort musste ich feststellen, dass nicht alle Produkte in China so viel günstiger sind. Die günstigsten Matratzen gab es ab 100€, was in Deutschland glaube ich nicht so viel anders ist.

Aber mal sehen, wie wir das noch lösen – da mache ich mir keine großen Sorgen.

Den Heimweg ging ich mal durch eine andere Straße als sonst und dort musste ich erschreckt feststellen: Es gibt in diesem Land anscheinend doch auch das älteste Gewerbe der Welt. Da ich bisher bis auf die „Massage?“ Anreden in der Innenstadt noch keinerlei Anzeichen für ein Erotikgewerbe gefunden hatte und auch im TV oder den so ausliegenden Zeitschriften das ganze wohl kein Thema ist, war ich etwas überrascht. In den Salons (ich weiß nicht ob es offiziell Massage- oder Friseursalons waren) saßen junge Frauen in eindeutigen Klamotten, die einem beim Vorbeigehen ein „Hello“ zuwarfen. Eine sehr fremdartige und vor allem total unpassende Erfahrung, denn ansonsten wirkt hier alles so moralisch sauber.

Zuhause angekommen musste ich feststellen, dass mein Licht nicht mehr geht – wieder!
Am Tag zuvor war es schonmal ausgegangen, allerdings ging es danach mysteriöserweise wieder. Und jetzt ging es wieder nicht… sehr komisch, ich werde das weiter beobachten.

Den krönenden Abschluss des Tages bildete das Abendessen. Ich ging mal nicht zu meinem Nudelmann mit Bildern, sondern in ein kleines Restaurant direkt gegenüber. Dort stand ich erst knappe 10 Minuten vor der Tür und schaute in meinem Sprachführer nach, was dort so auf der Karte stand – denn dort war alles nur in chinesischen Zeichen angeschlagen.

Das Personal schaute einige Male etwas verwundert raus – ich ließ mir aber Zeit. Eine Speise hatte ich dann entziffert, die 3 Zeichen standen für Knoblauch, Schweinefleisch und Nudeln (wenn ich sie richtig wieder erkannt habe). Das sah gut aus, das wollte ich haben. Also bin ich rein, und wurde mit einem freundlichen „Hello!“ begrüßt. Ich dachte mir, dass mein Suchen vielleicht ja umsonst war und fragte „Do you speak English?“. Keine Antwort, nur ein verlegenes Lächeln – gut, dass ich doch geguckt hatte. Der konnte anscheinend so viel Englisch wie ich Chinesisch.

Ich zeigte also auf die gewünschte Speise. Dann machte mir die Bedienung klar, dass es das wohl nicht gibt. Stattdessen wurde mir eine kleine (fast im Visitenkartenformat) Karte vorgelegt, natürlich auch nur mit Schriftzeichen, aber den Preisen in arabischen Ziffern. Mein Instinkt sagte mir „Nimm das Teuerste!“ – so tat ich es auch. Denn ich wollte jetzt nicht erst all diese Zeichen nachschauen, denn im Sprachführer kann ich ja nur im Lebensmittelbereich alles abklappern, es gibt ja keine Sortierung für die Zeichen, die sich mir logisch ergibt.

Es dauerte kaum 5 Minuten und ich bekam meine Tüte mit essen drin, 2 Behältnisse darin und Stäbchen (ich hatte meine großartigen Kenntnisse angewandt und „da bao“ (oder so), also zum mitnehmen bestellt). Ich nahm die Tüte, bezahlt hatte ich schon und ging zurück in Richtung Appartementhaus.

Ein komisches Gefühl, ich hatte keine Ahnung, was es gab – außer, dass dünne Glasnudeln drin waren, das war das einzige Zeichen was ich wiedererkannte ohne in den Sprachführer zu schauen.

Oben angekommen, schaute ich mir mal genau an, was es denn so gab. In der einen Box war Reis – also brauchte ich zumindest keine Angst zu haben, dass ich gar nichts davon essen werde.

Das andere war ein zylindrischer Pappbecher, in dem eine Plastiktüte mit Brühe war. Ich schnitt die Tüte auf und natürlich war in der Tüte genau so viel, dass es den Becher füllte – und noch ca. 50ml mehr. Toll! Gut, dass mein Glastisch so etwas aushält. Die Brühe enthielt die dünnen Glasnudeln und grüne Blätter – keine Ahnung was für eine Sorte. Dazu auch noch Fleisch. Was für Fleisch konnte ich nicht gleich identifizieren – eigentlich ja auch egal.

Nach den ersten Bissen (ich mache mich seitdem ich beim Nudelmann esse und es doch mal mit Stäbchen probiere immer besser) gab es meinerseits eine erste Vermutung: Huhn!

Nachdem ich einen ganzen Schenkel in der Brühe fand, war meine Vermutung relativ sicher. Aber anscheinend war es wohl alles vom Huhn, denn nach Rücksprache mit meiner Mutter und meinen Erfahrungen bisher war wohl auch Magen und Leber dabei, dazu waren noch so glibberige, gelatine-artige Würfel in der Brühe – allerdings in der Farbe von Blutwurst – ob das Hühnerblut war? Man weiß es nicht, aber es schmeckte alles gut!

Allerdings schaffte ich nur rund 2 Drittel des ganzen – es war eine Riesenportion.

Im Nachhinein war es eine gute Entscheidung, einfach mal mutig auf etwas zu zeigen, ohne zu wissen, was es ist. Ich meine, das ist ein Restaurant, die werden nichts Giftiges verkaufen – hoffe ich! ;-)


Tag der Deutschen Einheit – immer noch Golden Week (03.10.)

5.Oktober 2008

Nachdem ich mir einen Tag Auszeit vorm Notebook mit Programmieren und Spielen gegönnt hatte, wollte ich am 3. Oktober wieder in die Stadt – wohlwissend dass immer noch Golden Week ist und sicherlich nicht viel weniger los sein wird als am chinesischen Nationalfeiertag.

Da ich die Innenstadt vermeiden wollte, war mein Ziel die größte katholische Kathedrale im Fernen Osten – dies schreibt zumindest der Marco Polo Reiseführer. Also bin ich mit der U-Bahn bis nach Xuijiahui gefahren, war aber anscheinend nicht der einzige, der bis zu dieser Station wollte. Fast die gesamte (sehr volle) U-Bahn stieg dort aus.

Grund dafür waren mehrere Einkaufszentren, die ich aber erstmal hinter mir ließ. Immerhin galt es eine Kirche zu erkunden. Nach kurzem Suchen fand ich die Kathedrale eher zufällig; die europäische Kirchensuchmethode „Einfach mal Ausschau halten“ hatte nicht geklappt. Der Grund dafür war relativ einfach: Um die Kirche herum waren (normale) Wohn-Blocks, die alle mindestens 15-20 Stockwerke umfassten. Und die Kirche war bei weitem nicht das, was ich mir unter der größten Kathedrale im Fernen Osten vorgestellt hatte.

Sowohl meine Heimatkirche in Wolfhagen als auch St. Stephan in Karlsruhe sind größer als diese „Kathedrale“. Trotzdem tat es gut etwas westlichen Stil mitten in Shanghai zu sehen, allerdings war der Zugang zur Kirche gesperrt, so dass ich sie nicht besichtigen konnte.

Da ich noch nichts Richtiges gegessen hatte, schaute ich in der Gegend nach essbarem – ein McDonald’s oder ähnliches. Allerdings war außer einem Kentucky Fried Chicken / KFC nichts zu finden und auf Huhn hatte ich keine Lust. Aber zum Glück fand ich eine Bäckerei – eine echte Bäckerei!

In Deutschland nichts besonderes, hier schon. Es gibt hier keine große Backtradition und das Angebot war für Deutsche Verhältnisse sehr rar, es gab z.B. wieder kein Grau- oder Körnerbrot. Aber es gab kleine, herzhafte Teilchen und ein Baguette. Also machte ich etwas, was für mich wirkte als wäre ich im tiefsten Frankreich: Mit dem Baguette in der Hand setzte ich mich in den Park vor der Kirche und genoss ein wenig heimatliche Gefühle – auch wenn manche Chinesen mich etwas stärker begafften als es sonst üblich ist.

Nach dieser Auszeit war ich wieder gestärkt für weiteres Getummel, also bin ich durch eine der größeren Einkaufsgalerien vor Ort gegangen. Das war wohl die Luxusgalerie. Im Eingangsbereich hatte Calvin Klein einen Stand und stellte dort unfassbar hässlichen Schmuck aus – ich verkniff es mir auf den Preis zu schauen.

Ansonsten war in dieser Galerie alles vertreten was Rang und Namen hat, erinnern kann ich mich auf jeden Fall noch an einen Versace-Laden, aber da ich nicht der Riesenfan von solchen Läden bin, sind die meisten Markennamen gleich wieder aus meinem Kopf verschwunden.

Nach einer runden halben Stunde herumstolpern in dem Viertel rund um die Kirche, welches von vielen Einkaufszentren und hohen Häusern gekennzeichnet ist, hatte ich dann genug und ging wieder zur U-Bahn.

Wiedermal ein spontanes (wirkliches) Bauchgefühl brachte mich dann dazu nicht einfach heimzufahren, sondern schon 3 Stationen weiter, in der South Shaanxi Road, auszusteigen. Ich wusste, dass dort ein McDonald’s ist und ich hatte Heißhunger auf einen Burger.

Nach dem kurzen Stop bei Mäcces entschloss ich mich dazu – ich war noch gar nicht genervt von den Massen, die auf den Beinen waren – mal ein Stück zu laufen. Letztendlich wurde es ein größeres Stück, nämlich bis an den People’s Square, an dem ich ansonsten sowieso hätte umsteigen müssen. Um dem Ganzen mal eine Dimension zu geben, das sind geschätzte 45 – 60 Minuten Fußmarsch. Eigentlich wollte ich jetzt eine Kilometerangabe machen, allerdings musste ich gerade feststellen, dass meine Touristen-Stadtkarte gar keinen Maßstab eingezeichnet hat…

Unterwegs genoss ich das Flair der Einkaufsstraße Huaihai Road. Hier ist alles nicht ganz so überlaufen und überdimensioniert wie in der Hauptstraße der Innenstadt (East Nanjing Road, siehe 1.10.).

Während es dunkel wurde tauchte ich dann in das ein, was man wohl urbanes Leben nennt. So manche Straßenzüge sind schon wirklich – ja… urban. Wenn in 3 Etagen Straßen verlaufen oder man per Fußgängerbrücke über eine Straße geleitet wird, während darüber noch eine weitere Straße auf einer Brücke verläuft.

Also machte ich ein paar schöne Fotos und nach dem Marsch war ich dann froh am People’s Square in die U-Bahn zu steigen, was allerdings wieder zu einem gewissen Sardinen-Gefühl führte – es war noch voller als die Male zuvor. Aber das ging auch.

Der Abend wurde dann von Nudeln mit Rührei und Tomate von meinem neuen Lieblingsnudelmann abgerundet, während ich wiedermal ein Feuerwerk beobachten konnte. Das zweite in einer Reihe von drei, diesmal dauerte es noch ca. 10 Minuten länger als das erste, welches zwei Tage zuvor statt fand; also insgesamt satte 50 Minuten.

Nach dem Feuerwerk tat ich dann das, womit ich mich – neben skypen und dem generellen Kontakt nach Deutschland – hier oft beschäftige: Die erste Staffel von Dr. House auf Englisch.


National Holiday – oder: Heute gehen wir alle in die Stadt! (01.10.)

5.Oktober 2008

1,3 Milliarden Menschen leben in China und gestern waren davon gefühlte 50% hier in der Stadt.

Nachdem ich den Tag ruhig anging bin ich am frühen Nachmittag in Richtung Innenstadt gestartet. Auf dem Plan stand: Nichts! Da ich vorgewarnt war, wollte ich einfach nur erleben, wie voll es wirklich ist und wenn es sich ergibt vielleicht auch noch etwas anschauen. Ziel war es erstmal, von der Station West Nanjing Road bis zur 2 Stationen weiter gelegenen East Nanjing Road zu laufen und unterwegs was zu essen.

Die U-Bahn war erstaunlicherweise nicht voller als sonst. Und als ich an der – für mich unbekannten – Station ausstieg, war dort zwar relativ viel los, aber es war noch nichts, was eine Karlsruhe-Adventszeit-erfahrenen Menschen so richtig aus der Ruhe bringt.

Was allerdings auffiel: An jedem Laternenmasten und jedem Laden hing eine chinesische Flagge, etwas was in Deutschland am 3. Oktober unüblich ist. Allerdings kenne ich es aus Frankreich, die haben im Juli ja auch ihre Flagge überall.

Auf dem Weg zum People‘s Square füllten sich die Straßen immer mehr, je stärker ich mich dem Platz näherte. Von da an war es dann unglaublich voll. So viele Menschen auf so wenig Raum – wirklich unglaublich.

Die gesamte Haupt-Einkaufsstraße (East Nanjing Road) war total überlaufen, jegliches Überqueren von Straßen bis dahin war nur in Riesenmenschentrauben bei grünen Ampeln unter lautem Pfeifen von den Verkehrsassistenten, die anscheinend ihre Macht ein wenig überschätzen, denn: erstens Pfeifen sie ohne Pause, als wären sie die wichtigsten Personen überhaupt und zweitens gibt es genügend Chinesen die auch bei rot trotz des Pfeifens die Straße überqueren – ein richtiges Gegenmittel haben die Assistenten dagegen nicht.

Nachdem ich mich – nur von einem kurzen Abstecher zu McDonald’s unterbrochen – bis zur Station der East Nanjing Road durchgekämpft hatte, war dort dann das Highlight überhaupt: Die Station war zu. Warum weiß ich nicht, denn das Info-Schild war leider nur in chinesischen Schriftzeichen. Das bedeutete, dass ich – mittlerweile etwas genervt von der Menschenmenge – wieder durch selbige zurück musste. Bis zum People’s Square.

Obwohl ich wirklich das Gefühl habe, dass ich mich im Verhältnis zu anderen Menschen recht schnell durch solche Massen bewegen kann, dauerte es eine gefühlte Ewigkeit. In der U-Bahn angekommen, war es dort dann das Gefühl einer Sardine in der Dose, mit dem einzigen Unterschied, dass die U-Bahnen gut belüftet sind und dadurch die Luft nicht stickig war – aber Platz um sich mal komplett umzudrehen war nicht.

Durch die Verspätung hätte ich fast noch ein weiteres Highlight verpasst, aber zum Glück hatte die Kollegin auf mich gewartet.

Die Kollegin, Sophie, hatte gefragt ob wir nicht mal gemeinsam zum „Nudelmann“ gehen wollen. Da ich sowieso geplant hatte, mal die örtlichen Essensmöglichkeiten zu testen (meine Küche ist ja bekannterweise nicht der Brecher) traf sich das gut.

Wir sind also los und von meinem Appartment aus war es gar nicht weit, an dem Laden war ich bestimmt schon 20 Mal vorbei gelaufen, da er direkt auf dem Weg zum Supermarkt liegt.

Wie ich lernte ist der „Nudelmann“ ein kleines Restaurant, welches von Uiguren betrieben wird – einer muslimischen Minderheit in China. Die Nudeln werden hier selber per Hand gefertigt in einem irren Verfahren: Durch ziehen. So macht der Nudelmacher in kürzester Zeit aus einem Teigklumpen lange, dünne Nudeln.

Die Wahl der Speise ist recht einfach, da an einer Wand Bilder von den verschiedenen Gerichten hängen und man nur drauf zeigen muss. Ich wählte Nudeln mit Rührei und Tomaten und es war echt Spitze! Im Preis von 9RMB (0,90 €) war sogar eine kleine Suppe vorneweg drin – unschlagbar!

Man muss nur etwas hartgesotten sein, denn während wir dort saßen und aßen, lief an der Wand des Speiseraums eine Kakerlake entlang – aber in Anbetracht der allgemeinen Verschmutzung hier bin ich persönlich dort nicht sonderlich ängstlich.

Bei einem anschließenden Eis aus dem Supermarkt beobachteten wir noch das Treiben auf einem Platz in der Nähe: Dort wurde auf der einen Seite zu Musik getanzt, auf der anderen Seite sang eine Gruppe von 10 – 15 Menschen Lieder, wohl altbekannte Volkslieder. Ein irres Treiben und wieder etwas für die Kategorie: Unterschiede. Denn in Deutschland kenne ich ein solch unverbindliches abendliches Treffen auf Plätzen, wo einfach miteinander gesungen oder getanzt wird, nicht. Schade eigentlich, denn diesen Menschen war sicher nicht langweilig abends und sie taten was mit vielen Leuten zusammen – sicher besser als immer nur fern zu sehen (was aber hier auch deutlich seichteres Programm beinhaltet als in Europa).

 


Golden Week – Feuerwerk (30.09.)

5.Oktober 2008

Nun ist es soweit, hier ist Golden Week. Das bedeutet, dass quasi das ganze Land frei hat, außer vielleicht den Leuten, die in der Gastronomie und in Läden hier in der Stadt arbeiten.

In Verbund mit dem gestrigen Nationalfeiertag gibt es für alle hier eine freie Woche, in der geschätzte 400 Millionen Chinesen im Land umherreisen. Ein Grund für mich, einfach nur in Shanghai zu bleiben, hier gibt es noch genug zu sehen und ich bin auch über ein bisschen ruhigere Zeiten glücklich.

Eingeleitet wurde der Nationalfeiertag zum Gedenken an die Gründung der Volksrepublik schon am Vorabend mit einem ca. 40-minütigen Feuerwerk, welches ich von meinem Balkon aus zu geschätzten 80% mitverfolgen konnte – ohne die 200RMB Eintritt, die es im Century Park gekostet hätte und mit einem deutlich angenehmeren Blickwinkel.

Diese 40 Minuten unterbrach ich mal mein House-Fieber, denn momentan schaue ich jeden Abend 2-3 Folgen Dr. House – in Anbetracht des seichten chinesischen Fernsehprogramms, das nicht jeden Tag und immer Fußball oder ähnlichen Sport zeigt und vor allem, das ich NULL verstehe.

Beeindruckend war, dass es wirklich 40 Minuten lang so zuging, wie bei den Feuerwerken, die ich aus Deutschland kenne, die dann aber maximal 10 Minuten dauern, also keine Sparflamme.

Noch weniger Sparflamme ist die Tatsache, dass in den nächsten Tagen noch mindestens 2 gleichwertige Feuerwerke stattfinden werden, hinzu die unzähligen kleineren, die hier fast täglich stattfinden, auch tagsüber.

 

 


Guten Morgen, liebe Sorgen! – Oder: Kontraste pur! (Sonntag, 28.09.)

29.September 2008

Dieser Tag war wohl bisher der erlebnisreichste und intensivste Tag.

Dabei fing alles so erholsam an: Nachdem ich bis halb 11 ausschlafen konnte, ging ich nach magerem Frühstück (nur Obst, mir ist die Lust auf abgepacktes Rosinenbrot vergangen und Joghurt…ja..) daran, den Tag zu planen. Da sonst keine Termine anstanden, wollte ich mir die Altstadt Shanghais anschauen, allerdings nachdem ich zunächst den Tag langsam anging.

Ich saß um 12:30 also noch wie frisch aus dem Bett gefallen (in Boxershorts) vor dem Notebook und schaute nach, was in der Woche alles passiert war, als auf einmal meine Appartementtür aufging. Nach kurzem verwundern stand die A-Yi in der Tür, die Putzfrau! Ohne anzuklopfen oder ähnliches stand sie dort und ohne Hemmnisse ist sie dann in die Wohnung und machte mir mit einer wischenden Geste klar, dass sie putzen will. Ja, das war mir auch klar!

Ich zog mir erstmal was über und machte ihr dann mithilfe des Langenscheidt Sprachführers (DANKE Camil!) klar, dass sie um 1 Uhr wieder kommen soll.

Meine Tagesplanung beschleunigte sich daraufhin, denn ich wollte noch schnell duschen und dann los. Als ich um kurz nach 1 dann los bin in Richtung Innenstadt war sie natürlich noch nicht wieder da.

In der Stadt angekommen habe ich mich wieder halb nach dem vorgegebenen Rundgang und halb nach eigenem Willen durch die Stadt bewegt. Der Weg von der Haupteinkaufsstraße (East Nanjing Road – Nanjing Dong Lu) bis an die Ränder der Altstadt war dabei von Verkehrschaos geprägt – es war wohl allgemein eher ein Werk- als ein Sonntagsgefühl.

Doch je weiter ich kam, umso weiter kam ich auch von dem bunten Glitzern der Innenstadt weg. Die Straßen, die ich dort teilweise durchquerte stellten eine völlig andere Stadt dar: Die Menschen dort lebten auf kleinstem Raum, der sehr zur Straße hin orientiert war und man sah allein an den hygienischen Maßstäben dieses hier eine Kategorie des Überlebens ist, wie es sie in Deutschland wohl gar nicht gibt. Ich glaube zwar fest, dass diese Menschen nicht Angst haben müssen zu verhungern, das ist allerdings auch schon alles!

Die Eindrücke, die sich dort ergaben, lassen sich schwer in Worte fassen. Es war eine Atmosphäre, die trotzdem nie unsicher oder voller Neid gewirkt hat und irgendwie war es doch ein Gefühl der Betriebsamkeit und nicht des Jammerns oder Beklagens, was ich um mich wähnte.

Erwähnenswert ist dabei, dass ich keinerlei Angstgefühle oder ähnliches hatte, da die Atmosphäre nicht dem entspricht was ich mir unter runtergekommenen Vierteln in Deutschland, Ghettos oder Slums vorstelle.

Umso beeindruckender war es dann, als ich mal wieder durch eine der kleinsten Gassen schlenderte, dass ich auf einmal vor vielen prächtigen Gebäuden stand: Mitten in den ärmeren Bereichen ist der Yu Yuan Tempel. Ein wundervoller Bau, der so aussieht, wie ich mir das „alte“ China vorstelle. Wunderschön!

Allerdings gibt es dort ein großes Aber: Nicht nur, dass die Außenbereiche des Tempels mit touristischen Läden von McDonald’s bis zum Kleinkramhändler übersät sind, auch in den Innenbereichen der Tempelanlage (vom Aufbau am ehesten mit einer Klosteranlage zu vergleichen) sind die kleinen Händler, Läden und sogar ein Starbucks direkt gegenüber des Hauptteils des Tempels.

Dementsprechend touristisch waren auch die Massen dort, so dass es mich dort nur für ca. 10 Minuten hielt, die Stadt auf meine eigene Faust erkunden ohne tausende von typischen Touristen um mich herum gibt mir da mehr.

Nach noch einem ordentlichen Stück in Richtung Süden habe ich dann irgendwann aber auch umgedreht, denn die Anstrengungen in den Beinen, für die Nase und allgemein die krassen Gegensätze zwischen dem glitzernden, modernen Shanghai und dem, was man dort so alles sah, sorgten dafür, dass ich am liebsten eine Auszeit in einem Park genommen hätte. Leider war dort keiner.

So musste ich da durch. Doch das Wetter motivierte mich dann wenigstens noch dazu, dass ich noch den Bund von Süden nach Norden ablaufe, da dies sowieso nicht allzuweit von meinem nötigen Rückweg entfernt war.

Der Umweg hat sich dabei auf jeden Fall gelohnt, denn der Ausblick auf Pudong bei Sonnenschein ist auch unglaublich. Vor allem wenn man noch eine Stunde zuvor das krasse Gegenteil gesehen hat, wirkt es irgendwie seltsam.

Am Bund habe ich dann unglaublich viele Polizisten – insgesamt deutlich über 100 in 2-3 großen Gruppen – gesehen, was dazu führte, dass die ganzen kleinen Kruscht-Händler ihre Bauchläden nahmen und einen schnellen Abgang machten. Vielleicht war es auch dadurch so entspannt am Bund.

Ich genoss noch ein wenig das Panorama, machte wieder viele Fotos und dann kam das nächste Highlight. Auf dem Weg zurück zur Nanjing Dong Lu sah ich bestimmt 150 Militärpolizisten (zumindest waren sie wohl mit Militärlastern angekarrt worden), die im Laufschritt die Hauptstraße am Bund überquerten und in die Stadt liefen. Später liefen dann nochmal ca. 50 von denen an mir zügig vorbei. Ich habe nicht den geringsten Schimmer, was dort los war. Aber mein Chef sagte mir, er habe das noch nicht erlebt, es ist also wohl kein alltägliches Ding.

Auf dem Rückweg nach der U-Bahn-Fahrt genoss ich die Abendsonne und meinen neuen Lieblingsheimweg. Die Sonne ging pünktlich kurz nach meiner Ankunft im Appartment unter, so dass ich noch ein paar Bilder davon machen konnte.

Hoffentlich kommen noch ein paar solcher Tage, was das Wetter betrifft.

Doch nach so viel umwerfenden sollte mich die negative Überraschung noch einholen, auch wenn sie mit den bombastischen Eindrücken des Tages nicht vergleichbar ist, hat sie mich dennoch ziemlich gewurmt.

Mein bisheriges Verständnis von vielen Dingen, so musste ich feststellen, beruhte auf grundlegend falschen Annahmen.

Es begann damit, dass die Wäsche, die die Putzfrau vom Boden im Bad in die Waschmaschine geräumt hatte, nicht wie ich annahm gewaschen war. Sondern einfach nur in die Waschmaschine geräumt. Kein großes Ding, aber ärgerlich, wenn man die Sachen rauslegen will und dann merkt, dass sie noch stinken (es waren die Fußballsachen dabei).

Dann hatte ich angenommen, dass die Putzfrau die Bierflaschen mitnimmt, die ich immer neben den Mülleimer stelle, denn die waren dort nicht mehr. Desweiteren unterlag ich der Annahme, dass ich in der Küche neben einem Wok auch eine gebrauchstüchtige Pfanne habe.

Weit gefehlt, was auch die letzten beiden Annahmen angeht: Die Pfanne sah zwar nicht sonderlich verschmutzt aus im Halbdunkeln des Schrankes, doch waren dort noch die eingetrockneten Fetttropfen zu erkennen – na lecker! Kein Wunder, wenn sich dann irgendwann mal Tiere einquartieren!

Nach hartem Schrubben ging das Fett trotzdem nicht ab, da ich als Hardware nur einen Schwamm zur Verfügung hatte. Auf der Suche nach weiteren Kochutensilien dann der nächste Hammer: In einem Teil der Küchenschränke stehen ca. 15 Bierflaschen schön aufgereiht. OH MAN! Ich meine, die Frau macht das sicher nicht mit böser Absicht, aber da treffen einfach falsche Erwartungen aufeinander und lauter Bierflaschen mit normalen, minimalen Resten drin – hoffentlich hab ich noch kein Ungeziefer hier!

Nachdem ich reichlich genervt war, wollte ich mich wieder aufmuntern und die Bratkartoffeln und das Fleisch machen, allerdings war ich genötigt beides nacheinander zu machen und beides im Wok zu machen.

Die Kartoffeln – ein sonst echt bombensicheres Ding bei mir – gelangen mir wirklich nur mittel-schlecht, so dass ich kein großes Erfreuen dran hatte und das Fleisch brauchte ewig im Wok und war dann wie tot, da ich es aber auf jeden Fall durchgebraten haben wollte – wer weiß wie lange das wo lag!

Das bedeutete leider, dass das Essen mich zwar gesättigt hatte, aber nicht den gewünschten Heimateffekt hatte – sondern das Bedürfnis nach der heimatlichen Küche und der vorhandenen Geräte noch deutlich erhöht hat!

Allerdings hat heute das Essen in der Kantine dafür entschädigt: Mittags Chicken und als anderes Hauptgericht Garnelen und abends Schwein, Nudeln, Rührei und noch mehr Nudeln. Das war wirklich lecker! Da habe ich gar keinen riesigen Heißhunger auf Deutsche Küche mehr! DANKE Kantine! :-)


Formel 1 in Singapur – déjà vu?

29.September 2008

Als ich Samstag gezwungener Maßen Formel 1 schauen musste, weil es statt Bundesliga übertragen wurde, war ich doch begeistert.

Die Bilder des Nachtrennens sind wirklich gigantisch und irgendwie hatte ich das Gefühl, das ganze könnte auch hier vor der Türe sein. Schade, dass es das nicht war, ich glaube das wär ein Augen- und Ohrenschmaus gewesen!

Also, wer sich vorstellen will, wie Pudong bei Nacht aussieht, der schaue sich einfach das Formel 1 Rennen aus Singapur nochmal an – nur der Verkehr ist hier chaotischer ;-) .


French Concession – Diese Stadt kann auch anders! (27.09.)

29.September 2008

Nachdem der Rest der Woche aus Alltag bestand – Arbeiten – hatte ich am Samstag frei. Eigentlich keine besondere Tatsache, an diesem Wochenende allerdings schon: Alle chinesischen Kollegen haben gearbeitet. Dieses Wochenende wurde hier gearbeitet, damit die bald folgenden freien Tage um den Nationalfeiertag am 1. Oktober herum zu einer längeren freien Zeit, einer der beiden Golden Weeks, werden. Das bedeutet, ganz China hat frei und alle Wanderarbeiter fahren heim – ich möchte nicht wissen wie es momentan auf den Bahnhöfen Chinas aussieht.

Aber ich konnte den Samstag bei perfektem Wetter genießen. Die Stadt war nicht sonderlich überlaufen, es war kein bisschen schwül und das Thermometer maß um die 25° – bei strahlendem Sonnenschein!

Nachdem ich ausgeschlafen hatte hieß es also auf in die Stadt! Auf dem Plan stand diesmal die French Concession, der ehemals französische Teil der Stadt. Nach einiger Zeit U-Bahn-Fahrt war ich dann an der gewünschten Station und erstmal wollte ich mein Glück probieren, ohne mich zu stark an der Karte zu orientieren. Denn mein Reiseführer hat einen Stadtspaziergang für die French Concession eingezeichnet, den ich aber nicht zu 100% befolgen wollte – auch weil dieser für 3 Stunden angedacht war und ich am späten Nachmittag noch ins Büro musste – der Fußball hatte gerufen.

Nachdem ich aber eine Runde im Kreis gelaufen war und nicht so recht die Richtung gefunden hatte, holte ich doch die Karte raus. Die Orientierung in der Stadt macht mir doch noch etwas Probleme, weil man nie weiß, in welcher Himmelsrichtung man denn aus der U-Bahn-Station kommt.

Allerdings habe ich im Laufe des Samstags herausgefunden, dass die Straßennamensschilder immer ein N und S bzw. ein E und W für die Himmelsrichtungen tragen. Seitdem klappt das alles viel besser!

Nachdem ich mich am vorgegeben Weg grob orientiert hatte, fand ich die bisher gemütlichsten Ecken, die ich in Shanghai gefunden habe. Eine Fußgängerzone mit vielen Restaurants war dabei das Highlight, dort war auch das Paulaner – allerdings hatte ich keine Lust auf Weißbier und Weißwürste.

Die Straßenzüge dort sind zwar auch lebhaft, aber irgendwie in einem kleineren, angenehmeren Maßstab. Es wuseln also nicht ganz so viele Menschen dort herum wie in der Innenstadt und es tat mir auch gut, mal wieder einen Europäer (oder westlichen) Anteil von bestimmt 20% zu sehen.

Auf meinem weiteren Streifzug durch das Viertel kam ich noch durch einen Park – dort war die Idylle dann fast perfekt. Es war gerade der Rasen gemäht worden, wodurch man keinen Stadtmief mehr riechen konnte, sondern der normale Rasengeruch. Dazu war es dort unglaublich ruhig und das gute Wetter trugen ihr übriges dazu bei, dass ich mich sehr wohl fühlte!

Auf dem Weg in Richtung U-Bahn bin ich dann an unzähligen kleinen Geschäften vorbeigekommen, das ist Stadtatmosphäre, wie ich sie gerne habe! Dazu kommt auch noch, dass ich am gesamten Tag nicht einmal angesprochen wurde von irgendwelchen „Studentinnten“ mit falschen Absichten und auch nur 2-3 Rolex-Verkäufer dort waren.

Ich merke aber auch, dass es mir mittlerweile leichter fällt, diese Sorte von Nervern einfach zu ignorieren, was Ausflüge in die Stadt bedeutend angenehmer macht.

Nach der sehr westlichen Stärkung – wieder bei einer internationalen Restaurantkette – machte ich mich dann auf in Richtung Appartement, immerhin war ich für halb 6 im Büro verabredet um mit dem Team Fußball spielen zu gehen.

Nachdem ich dort gefragt wurde, ob mir nicht kalt sei – es waren „nur“ noch 23-25° – war ich doch etwas überrascht. Ich fand den Tag wettertechnisch perfekt!

Beim Fußball merkte ich, dass ich mich schon wieder an Bewegung gewöhnt habe – wie schnell das doch geht! Ich hab die 2 Stunden bis auf eine kurze Pause kurz vor Schluss durchspielen können und hinterher meine Muskeln nicht mehr so stark gespürt wie noch bei den ersten Spielen. Das sind gute Aussichten für das erste Pflichtspiel am 8. Oktober!

Wie wir gespielt haben weiß ich genauso wenig wie die Information, wie oft ich getroffen habe. An ein Tor kann ich mich sicher erinnern, aber es können auch 3 oder 4 gewesen sein. Es geht auf jeden Fall was die Teamleistung angeht vorwärts!

Einziger Wehrmutstropfen an diesem sonst sehr schönen Tag war, dass die Bundesliga wieder nicht live übertragen wurde. Statt dessen kam wieder nur unwichtiges im Fernsehen – Tennis auf dem einen Sender, Formel 1 auf dem anderen.

 


Fakemarket ohne Angebot, aber: Neuer Einkaufsmarkt – direkt ums Eck (Freitag, 26.09.)

29.September 2008

Nachdem die Arbeitswoche rum war, wollte ich Freitag abend auf den Fake-Market, um mir richtige Outdoor-Fußballschuhe zu kaufen. Das war allerdings trotz insgesamt einer Stunde die ich zur Suche investiert habe ein Reinfall: Es gab keine Fußballschuhe in meiner Größe. Nachdem ich im ersten Laden bestimmt 10 – 15 Minuten gewartet hatte und der „Bote“ nur mit Größe 46 zurückkam, die aber wie 43 ausfiel, versuchte ich mein Glück am anderen Ende des Marktes. Dort geschah quasi das gleiche, jemand ging los und holte die Ware. Da auch er kein Paar hatte, hat sich meine Vermutung erhärtet: Die kleinen Shops der Fakemarkets hängen alle (oder viele) an einem zentralen Lager – aber ob die eine gescheite Lagerverwaltungssoftware haben? ;-)

Der Umweg war trotzdem erfolgreich, denn so stieg ich an einer anderen Station aus und versuchte mal einen anderen Heimweg als den Standardweg. Und siehe da: ich bin an etwas wie einem Stadtteilzentrum vorbeigekommen! Mit mehreren Obstläden (die natürlich nicht im entferntesten an meine Lieblingsobstfrau rankommen ;-) ), Supermärkten und kleineren Restaurants und weiteren Läden. Dazu etwas wie ein Marktplatz, der voll mit Leuten war, die getanzt haben!

Ein echt toller Platz! Gut, dass ich den Umweg gemacht hatte! Jetzt laufe ich fast immer da lang, wenn ich aus der Stadt komme, da es maximal 2 Minuten länger dauert und doch deutlich schöner ist.

Dort gab es dann auch Kartoffeln und Zwiebeln zu kaufen – sogar frisches Fleisch! Damit war mein Plan für mein sonntägliches Essen auch klar: Bratkartoffeln und ein Stück Fleisch! Wie in Deutschland!

 


Donnerstag – Bar 789 im Meridien

29.September 2008

Wieder eine spontane Aktion: Am Donnerstag fragte mich eine Kollegin, ob ich nicht Lust hätte noch etwas trinken zu gehen. Ich überlegte, aber da ja keine Chorprobe oder ähnliches anstand, sprach nichts dagegen. Ich kannte zwar den Barnamen und auch den Ort nicht, den sie erwähnte, aber naja – man muss Frauen ja auch mal trauen ;-) .

Also sind wir direkt nach dem Essen in der Firma los in die Innenstadt. Ziemlich direkt am People’s Square war die genannte Lokalität – im Hotel Royal Meridien. Nicht irgendwo – sondern im 66. Stock!

Nachdem wir beim Aufzug fahren 2 Mal umsteigen mussten, hatten wir den richtigen Aufzug. Der Lobby und dem ganzen Gebäude sah man schon an, dass es nicht auf Studenten ausgelegt war. Ich weiß gar nicht ob das Meridien „nur“ 4 oder doch die vermuteten 5 Sterne hat.

Oben angekommen fühlte man sich wie in einer anderen Welt: Kein Stress, man wurde sofort behandelt wie ein König. Wir bekamen einen Tisch direkt am Fenster – der Oberhammer!

Die Preise waren zwar auch sehr gehoben, doch für 80RMB, also 8 € einen leckeren Mojito zu trinken UND die Aussicht genießen zu können, das geht in Ordnung!

Leider waren die Akkus meiner Kamera leer, allerdings bin ich mir sicher, dass dies nicht das letzte Mal war, dass ich diese Bar besucht habe.

 


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