French Concession – Diese Stadt kann auch anders! (27.09.)

Nachdem der Rest der Woche aus Alltag bestand – Arbeiten – hatte ich am Samstag frei. Eigentlich keine besondere Tatsache, an diesem Wochenende allerdings schon: Alle chinesischen Kollegen haben gearbeitet. Dieses Wochenende wurde hier gearbeitet, damit die bald folgenden freien Tage um den Nationalfeiertag am 1. Oktober herum zu einer längeren freien Zeit, einer der beiden Golden Weeks, werden. Das bedeutet, ganz China hat frei und alle Wanderarbeiter fahren heim – ich möchte nicht wissen wie es momentan auf den Bahnhöfen Chinas aussieht.

Aber ich konnte den Samstag bei perfektem Wetter genießen. Die Stadt war nicht sonderlich überlaufen, es war kein bisschen schwül und das Thermometer maß um die 25° – bei strahlendem Sonnenschein!

Nachdem ich ausgeschlafen hatte hieß es also auf in die Stadt! Auf dem Plan stand diesmal die French Concession, der ehemals französische Teil der Stadt. Nach einiger Zeit U-Bahn-Fahrt war ich dann an der gewünschten Station und erstmal wollte ich mein Glück probieren, ohne mich zu stark an der Karte zu orientieren. Denn mein Reiseführer hat einen Stadtspaziergang für die French Concession eingezeichnet, den ich aber nicht zu 100% befolgen wollte – auch weil dieser für 3 Stunden angedacht war und ich am späten Nachmittag noch ins Büro musste – der Fußball hatte gerufen.

Nachdem ich aber eine Runde im Kreis gelaufen war und nicht so recht die Richtung gefunden hatte, holte ich doch die Karte raus. Die Orientierung in der Stadt macht mir doch noch etwas Probleme, weil man nie weiß, in welcher Himmelsrichtung man denn aus der U-Bahn-Station kommt.

Allerdings habe ich im Laufe des Samstags herausgefunden, dass die Straßennamensschilder immer ein N und S bzw. ein E und W für die Himmelsrichtungen tragen. Seitdem klappt das alles viel besser!

Nachdem ich mich am vorgegeben Weg grob orientiert hatte, fand ich die bisher gemütlichsten Ecken, die ich in Shanghai gefunden habe. Eine Fußgängerzone mit vielen Restaurants war dabei das Highlight, dort war auch das Paulaner – allerdings hatte ich keine Lust auf Weißbier und Weißwürste.

Die Straßenzüge dort sind zwar auch lebhaft, aber irgendwie in einem kleineren, angenehmeren Maßstab. Es wuseln also nicht ganz so viele Menschen dort herum wie in der Innenstadt und es tat mir auch gut, mal wieder einen Europäer (oder westlichen) Anteil von bestimmt 20% zu sehen.

Auf meinem weiteren Streifzug durch das Viertel kam ich noch durch einen Park – dort war die Idylle dann fast perfekt. Es war gerade der Rasen gemäht worden, wodurch man keinen Stadtmief mehr riechen konnte, sondern der normale Rasengeruch. Dazu war es dort unglaublich ruhig und das gute Wetter trugen ihr übriges dazu bei, dass ich mich sehr wohl fühlte!

Auf dem Weg in Richtung U-Bahn bin ich dann an unzähligen kleinen Geschäften vorbeigekommen, das ist Stadtatmosphäre, wie ich sie gerne habe! Dazu kommt auch noch, dass ich am gesamten Tag nicht einmal angesprochen wurde von irgendwelchen „Studentinnten” mit falschen Absichten und auch nur 2-3 Rolex-Verkäufer dort waren.

Ich merke aber auch, dass es mir mittlerweile leichter fällt, diese Sorte von Nervern einfach zu ignorieren, was Ausflüge in die Stadt bedeutend angenehmer macht.

Nach der sehr westlichen Stärkung – wieder bei einer internationalen Restaurantkette – machte ich mich dann auf in Richtung Appartement, immerhin war ich für halb 6 im Büro verabredet um mit dem Team Fußball spielen zu gehen.

Nachdem ich dort gefragt wurde, ob mir nicht kalt sei – es waren „nur” noch 23-25° – war ich doch etwas überrascht. Ich fand den Tag wettertechnisch perfekt!

Beim Fußball merkte ich, dass ich mich schon wieder an Bewegung gewöhnt habe – wie schnell das doch geht! Ich hab die 2 Stunden bis auf eine kurze Pause kurz vor Schluss durchspielen können und hinterher meine Muskeln nicht mehr so stark gespürt wie noch bei den ersten Spielen. Das sind gute Aussichten für das erste Pflichtspiel am 8. Oktober!

Wie wir gespielt haben weiß ich genauso wenig wie die Information, wie oft ich getroffen habe. An ein Tor kann ich mich sicher erinnern, aber es können auch 3 oder 4 gewesen sein. Es geht auf jeden Fall was die Teamleistung angeht vorwärts!

Einziger Wehrmutstropfen an diesem sonst sehr schönen Tag war, dass die Bundesliga wieder nicht live übertragen wurde. Statt dessen kam wieder nur unwichtiges im Fernsehen – Tennis auf dem einen Sender, Formel 1 auf dem anderen.

 

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