Flug, Teil 2 – Ankunft in Shanghai

14.September 2008

Gefühlte Uhrzeit – mitten in der Nacht.
Dabei war es nach 10 Uhr Shanghai-Ortszeit – und außerhalb des Flugzeugs schon lange hell.
Allerdings merkt man das nicht aufgrund des nächsten Highlights:

  • Das müssen alle vorbildliche Informatiker sein: Seit Polen sind alle Fensterabdeckungen zu – und auch jetzt noch. Ich mein, warum auch nicht? ist es wenigstens nicht so natürlich hell!
  • Turnprogramm für <1qm: Da lief ein Video für das Frühsportprgramm in der Sitzposition, mit Dehnübungen etc. – tolle Idee, aber wie soll das gehen, wenn man so schon kaum weiß wohin mit seinen Gliedmaßen?

Um das Frühstück herum (ich nahm das western-breakfast mit etwas, das Rührei hieß, aber komisch schmeckte), waren leider ein paar Turbulenzen. Ich kann jetzt nicht einschätzen, wie schlimm das war, weil ich zu selten fliege, aber mir ging es schon auf den Senkel.

Aber dann zur MIttagszeit ging es dann endlich in den Landeanflug. Die Landung klappte super und kurz vorher war auch das erste Mal chinesisches Land zu sehen, vorher waren ja erst die Fenster dicht und anschließend sah man nur Wolken.

Am Boden ging dann alles in einer durchschnittlichen Geschwindigkeit, aber es war komisch, die Gänge und Hallen riesig sind. Und man überall one ende chinesische Schriftzeichen sah.
Die Passkontrolle war mit kurzem anstehen verbunden, aber verlief Gott sei dank völlig problemlos. Dort hatte ich schon bammel, denn nach dem ganzen Visa hin-und-her wollte ich nicht hier dann noch in Stress geraten.

Nach dem Koffer abholen ging es dann Los: Lukas erkundet die große weite Welt.
Also los und in Richtung “Maglev” gelaufen, das steht für den Transrapid. Dort wurde dann das Gepäck nochmal durchleuchtet und dann ging es für umgerechnet 4€ los. Einsteigen, Koffer abstellen, hinsetzen….und alles wirkt wie ein normaler Regionalzug in Deutschland, nur etwas breiter. Aber beim Losfahren merkt man dann schon: Hui. Der legt gut los und nach ein paar Metern ist der schon bei 200. Dann bei ca. 320 km/h begegnet einem der Gegenzug – so zusammengezuckt bin ich nichtmal als im Undichten Regionalzug ein IC voll entgegenkam.
Bei 430 km/h ist es ein echt krasses Gefühl, man düst da durch die Gegend, die übrigens noch gar nicht nach Millionenstadt aussieht, und in 10 Minuten oder so ist man vom Flughafen Pudong in der Innenstadt.

Die Station, an der der Transrapid ankommt, ist auch die Station, die ich sonst benutzen werde, sie liegt in Laufdistanz zum Appartment. Also bin ich mit meinem Koffer – ohne die Angebote zur Mitnahme anzunehmen – von da aus losgelaufen. Und der erste Eindruck des Straßenverkehrs ist: OH MEIN GOTT!

Warum gibts hier nicht jede Sekunde 1000 Unfälle? Hupen bedeutet soviel wie “Achtung!” oder “Ich fahre los” oder “Ich bremse” oder “ich lenke” oder “ich bin auch hier!” und gefahren wird einfach irgendwie – vor allem Zebrastreifen sind hier einfach nichtzu beachten.

Zum Glück musste ich nur 2 Straßen überqueren und nach einem 10 minütigen Fußmarsch war ich dann da. Ich sah die Appartmenttürme von weitem, die waren schon echt ziemlich hoch – 29 Stockwerke um genau zu sein. Nachdem ich dann etwas herum irrte, fragte ich denjendigen, der hier die Einfahrt “bewacht”, ob er mir helfen kann, bzw. ob er Englisch kann. Helfen konnte er mir, allerdings musste das ohne Englisch laufen…er konnte mich dann reinlassen und hat mir mein Appartment gezeigt. Es liegt im 25. Stock und ist echt super. Mein Chef hatte mir angekündigt, dass es kleiner sei, als er gedacht hätte, aber ich finde es total super. Die Küche ist ein extra Raum und mein Wohn- und Shclafzimmer ist fast so groß wie das in Karlsruhe! Hinzu kommt noch ein kleiner Balkon (der verglast ist), mit dem absoluten Highlight: Ich habe direkten Ausblick auf den Teil der Stadt, der die Skyline bildet, also den Teil, in dem das neue Finance Center und der Fernsehturm steht. Das ist wirklich unglaublich.

Im Appartment angekommen musste ich natürlich – ganz der Informatiker – erstmal das Internet testen – und zum Glück ging es problemlos. Auch wenn ich WordPress nur über den Firmentunnel erreiche und ICQ gestern nicht normal ging, heute dafür aber problemlos. Es ist vielleicht kein “Broadband”, wie ich es gewohnt bin, aber immerhin: es reicht zum Skypen und surfen und sogar Bilder hochladen müsste gehen. Das werde ich gleich auch mal tun und den Link zum Album hier her stellen.

Den Abschluss des ersten Tages bildete dann ein Ausflug in die Innenstadt, da ich ja mich von 14.30 Uhr an noch bis zum abend wach halten musste. Den Bericht werd ich aber erst später schreiben, da ich jetzt wieder aufbrechen werde und mich ins Getümmel dieser Stadt begeben werde.


Abflug und Flug

14.September 2008

Freitag, der 12. September, Karlsruhe, 07:15 Uhr:

Ab jetzt wird es ernst. Der erste echte Abschied.
Die Verabschiedung von Sarah war wirklich nicht einfach, aber das hatte ja auch niemand versprochen. Dort wird einem erst klar, dass die gesamte Planung nun Wirklichkeit werden wird.

09:28 Uhr
Die Abfahrt in Karlsruhe war mit dem Zug um 9.28 geplant – und wurde sogar so vollzogen. Im Zug dann das erste Highlight: Ein (noch? oder schon?) angetrunkener setzt sich natürlich direkt neben mich und verschränkt die arme überm Kopf, so dass ich seinen gesamten Geruch abkrieg. Aber auch das ging vorbei.

Bis zur Abholung um 15.45 war noch arbeiten und Mittagessen mit den Jungs aus dem Kurs auf dem Plan. Beides war echt sehr angenehm, wobei vor allem letzteres nochmal beruhigte – denn die Aufregung war doch zu spüren.

Ab 15 Uhr hatte ich dann quasi Puffer, das bedeutet ich habe nochmal alles gecheckt und endlich ging es dann mit 5 minütiger Verspätung los. Der Transfer fand in einem Minivan statt, der auch mit 6 Leuten voll besetzt war. Natürlich wurden wir direkt vor dem FLughafengebäude rausgelassen, was auch in einem Hup- und Brüllkonzert der Taxifahrer endete – anscheinend war das Taxi-only Bereich.

17.20 Uhr – Frankfurter Flughafen
Da war ich nun. Auf dem Flughafen und froh, dass meine Mutter noch spontan ihre persönliche Verabschiedung angekündigt hatte, so musste ich dann nicht noch 2 Stunden alleine Zeit verbringen.
Der Check-In verlief total problemlos und vor allem auch sehr schnell. Nach einer gemeinsamen Cola bin ich dann um  18.30 los in Richtung Kontrollen und Gate. Und obwohl ich objektiv betrachtet sicherlich nicht shclecht vorbereitet war, war ich dort sowas von aufgeregt… nur fremde Menschen, und ein Gefühl von völliger Ungewissheit ob der Dinge die so kommen. Nachdem ich von dem netten Herren natürlich in die allerlängste Schlange bei der Handgepäckkontrolle beordert wurde, verlief die wenigstens bei mir flott und problemlos.
Am Gate angekommen war schon Einlass, so dass ich nur schnell mal ein Bild des Flugzeugs gemacht habe, und dann rein bin. etwas mulmig war mir dort schon, da so ein Flugzeug (Airbus A340-300) für einen, der ein Design wie den eines iPods gewöhnt ist, sehr rustikal wirkt.

Aber im Flugzeug ging dann alles fix. Nach Sichherheitsanweisungen in Chinesisch und Englisch kam der gleiche FIlm nochmal mit Chinesisch und Deutsch und währenddessen rollten wir schon los und mit einem Gefühl, als würde der Pilot aus einer Kurver heraus beschleunigen war dann auch mir klar: “Jetzt geht’s los!”

Der Anfang war echt schön, man sah über dem verregneten Frankfurt am Main nochmal die Sonne, aber danach trat Tristesse ein. Aber nun war ich auch wieder ruhiger.
Der Zeitpunkt als der Teil bis hierher entstanden ist muss ca. 10 Uhr abends deutscher Zeit gewesen sein, über Russland.

Die ersten kulturellen Erlebnisse gab es bis dahin auch schon:

  • Chinesisch! Die reden echt alle chinesisch :-D Aber zum Glück auch Englisch (zumindest mein Sitznachbar und die Stewardessen)
  • Das Essen: Es gab Fisch oder was anderes. Da ich das “andere” nicht verstanden hatte, nahm ich Fisch. Mit Reis und Soße, allerdings mit Plastikbesteck. Keine Stäbchen, also kein langsames abmühen und blamieren.
  • hochziehen ist cooler als Nase putzen!
  • Dem Vordermann als netter Mensch Platz lassen? never! (das war ein Deutscher, der da Stur auf seinen Platzanspruch beharrte…)

Während all diese Erkenntnise entstanden sind, fingen fast alle anderen an zu schlafen. Nur ein paar schauten noch den Flim, dem ich den Namen ”viele Schwerter, viele Kämpfe und viele Leute” als deutschen Titel geben würde. Ich versuchte dann auch zu schlafen – insgesamt war es nicht mehr als ein Versuch, da nie mehr als 20-30 Minuten schlaf am Stück bei rauskamen und es auch mehr augen zu als schlafen war.


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